Friedensdienst in Tearce, Mazedonien
Mittwoch, 21. Januar 2015
ein paar Bilder
So, nachdem ich endlich herausgefunden habe, wie man Bilder in Beiträge einbindet, hier nachträglich ein paar Impressionen. Auch in meinen älteren Beiträgen sind jetzt ein paar Bilder zu finden, es lohnt sich also, noch einmal reinzuschauen :)
Die ersten Bilder zeigen Tearce und sind in den ersten Wochen, in denen ich hier war entstanden. Es fühlt sich ein bisschen komisch an, hier Fotos zu machen, weil man dafür oft befremdete Blicke erntet, also sind es leider nicht allzu viele.

Haus mit Pferd

Tearce ist umgeben von den wunderschönen Bergen des Sargebirges...Ich kann es gar nicht erwarten, sie zu erkunden

Die Hauptstraße von Tearce verbindet all meine Wege, egal ob nach Tetovo oder ins T-Kafe, in die Schule oder ins CED-Office

Die folgenden Fotos wurden ebenfalls im frühen Herbst aufgenommen, auf dem Weg zu der alten osmanischen Festung oberhalb von Tetovo, die obwohl schon halb zerfallen, immer einen Besuch wert ist.







Allerdings sind auch hier Spuren der Umweltverschmutzung allgegenwärtig

Auf dem Weg zu Kale

Leider habe ich es dank meines grandiosen Orientierungssinns erst einmal bis ganz nach oben geschafft, dafür haben wir aber zufällig eine 2001 erbaute Festung der albanischen Rebellengruppe UCK entdeckt. Über die Hintergründe sind wir noch am nachforschen ;)

UCK Festung

Da in Skopje meine Kamera aus unerfindlichen Gründen jedes Mal zu schwache Batterien hatte, leider nur ein Foto aus der Hauptstadt.
Im Moment ist hier ein riesiges Prestige-Projekt (Skopje 2014) am entstehen, aufgrund dessen überall in der Stadt Statuen und Monumente nach antikem Vorbild in rasendem Tempo aus dem Boden schießen. (Nicht umsonst wird Skopje sogar auf der Wikipedia Seite das Disneyland Mazedoniens bezeichnet.)
Das Projekt ist sehr umstritten, da es hauptsächlich durch Steuergelder finanziert wird, die anderswo besser hätten eingesetzt werden können.

Skopje ;)

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Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Hallo ihr Lieben,

wieder muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.
Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr.
In Mazedonien ist der Januar ein Monat mit vielen Festen. Die Schulferien gehen bis zum 19. und aufgrund der Unterschiede im orthodoxen Kalender sind sowohl Weihnachten und Neujahr in diesem Monat.
Vor allem die Weihnachtstradition ist sehr schön. Überall in der Stadt sieht man Maskierte auf dem Weg zu einer der zahlreichen Feiern auf denen Lagerfeuer brennen, heißer Rakija getrunken und traditionelle mazedonische Kreistänze getanzt werden.
Auch die Saison der Karnevalsfeiern hat schon angefangen, die in jeder Stadt zu einem anderen Datum stattfinden und sich sehr von denen in Deutschland unterscheiden.
Wir waren zu diesem Anlass in Vevcani, einem kleinen Dorf in der Nähe von Struga (und haben auf dem Weg auch zum ersten Mal Ohrid gesehen :)).

Der Blick auf den Ohrid See von unserem Fenster

Kaum dass wir aus dem Bus gestiegen sind, kamen zwei maskierte Männer auf uns zugerannt und warfen ein Tierfell auf uns. Der eigentliche Umzug startete dann erst einige Stunden später. Leute mit Masken stürmten auf die Straßen, die die Umstehenden mit Tierfellen, toten Hühnern und Kuhschwänzen angriffen.
Von einem Moment auf den anderen hatte das Dorf sich von einer ruhigen Idylle in fast anarchisches Chaos verwandelt. In einem Brunnen schwangen Maskierte ihre Tierfelle durchs Wasser, während nur wenige Meter entfernt eine Gruppe Mazedonier Kreistänze (was sonst) mitten durch die Menge tanzte.
Obwohl der Umgang mit toten Tieren zweifelhaft ist, da er wenig Wertschätzung zeigt, ist diese Tradition sehr spannend und sehr viel intensiver, ungeordneter und authentischer als in Deutschland.

Vevcani

Vevcani 2
<br />

und der Karneval beginnt

Am 19. schließlich war das letzte in der Reihe der Feste diesen Januar. Ephania, das Fest zur Taufe Jesu, wird zelebriert mit mehreren Leuten, die in ein Gewässer springen, um nach dem vorher hineingeworfenen Kreuz zu tauchen. Der Gewinner bekommt kleine Geschenke oder Geld für eine Feier am gleichen Abend. In Skopje findet dieses Ritual in der Vardar statt, in Ohrid im Ohridsee und in Tetovo und Tearce in einem winzigen Pool, weswegen die Zeremonie kaum zehn Minuten dauert.
Abgesehen von diesen besonderen Tagen hält der Smog die Innenstadt von Tetovo fest im Griff. Neben den Abgasen der Metallfabrik Jugohrom und der unzähligen Autos (Tetovo gilt als die Stadt mit dem meisten Verkehr in ganz Mazedonien), kommt jetzt noch hinzu, dass nahezu alle Haushalte mit Holz heizen, was den Feinstaubwert in astronomische Höhen treibt. Auch in Cafés fällt das Atmen schwer, da fast überall geraucht wird.
Zum Glück ist die Luftverschmutzung in Tearce längst nicht so schlimm wie in der Innenstadt und man sieht normalerweise noch die gegenüberliegenden Häuser. Inzwischen ist der Großteil des Schnees geschmolzen, sodass man sich wieder halbwegs unfallfrei durch die nicht-geräumten Straßen bewegen kann. Leider kann ich deswegen im Moment nicht wie erhofft in Popova Sapka Ski fahren gehen kann, also hoffe ich trotzdem auf neuen Schnee.
Alles Liebe und schöne Wintertage aus dem fernen Mazedonien.

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Donnerstag, 11. Dezember 2014
Gedichtreihe
Zur Vorweihnachtszeit sind alle verzweifelt auf der Suche nach den passenden Geschenken.
Inspiriert davon möchte ich jetzt eine kleine Gedichtreihe hier veröffentlichen, zu den Städten in der Umgebung, die ich während meiner Zeit hier schon besucht habe.
Ich hoffe sie vermittelt ein Gefühl davon, wie es ist, diese Städte zu sehen, zu fühlen und zu riechen und lässt euch nicht ratloser zurück als davor. Ich beginne die Reihe mit Prishtina, da mir hier die Idee gekommen ist, es folgen Tetovo und Skopje und ganz vielleicht noch weitere.





Wenn ich meinen Körper verschenken würde


Wenn ich meinen Körper verschenken würde,
meine Leber würde Prishtina gehören.
Wo wäre ein solches Opfer passender
als zwischen Hochhäusern und orange leuchtendem Nebel?
Bitshku madre und Quittenrakija
(verdaut eine Leber auch Tarnfarben?)
qi bon? - was machst du?, te fle? – niemals
ich überlege, meine Füße dazu zu geben,
sie wollen tanzen,
nur weiß ich nicht, ob ich mich jetzt schon von ihnen trennen kann.
Darf man tanzen auf einen Ort beschränken?
Meine Füße sind wie meine Lieblingsschuhe,
sie schreien danach, zu tanzen.


Wenn ich meinen Körper verschenken würde,
Tetovo würde eine Hand bekommen.
Wie eine Brücke zwischen den fremden und verstehen,
eine Brücke auf der man lernen kann zu tanzen, ohne die Blicke zu beachten.
Ein Wegweiser, um sich in die Stadt im Alltagskleid zu verlieben.
Eine Hand kann so vieles.
Sogar Zeichensprache. Dann müsste man sich nicht entscheiden
-falla...äh...minderit-
Handlinien im Straßenverlauf, namenlos wie das Orginal,
GENAUIGKEIT IST WICHTIG.
Nur Gerüchte und Halbwahrheiten gibt es noch mehr als Flaggen.


Was soll ich Skopje schenken,
einer Stadt, die vor lauter Spielzeug kaum atmen kann?
Ist es nicht ungerecht, eine solche Stadt mit weiteren Geschenken zu überhäufen?
Am liebsten würde ich ihr meinen Darm in die offenen Straßen legen
wie eine unangenehme Erinnerung an zerfallende Schulen und Krankenhäuser.
Aber ich will nicht pathetisch sein.
Vielleicht sollte ich ihr meinen Haaransatz überlassen,
perlmuttern schimmernd am Grund der Vardar.
Denn wer fliegt schon gegen Straßenlaternen,
wenn der Mond mit geöffneter Brust vor einem liegt?

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Sonntag, 30. November 2014
What I do
Halli Hallo!

Schon wieder muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts von mir habe hören lassen.

Nachdem wir schon seit einem Monat die Renovierung eines Raums in der alten Schule in Tearce wiederaufgenommen haben, die mein Vorgänger begonnen hatte und fleißig Farbe von den Wänden gekratzt haben, gehen wir damit nun in die nächste Phase. Ein Maler verputzt und streicht die Wand neu, danach können wir endlich anfangen, kreativ zu werden!
Wenn alles fertig ist, wird in dem Raum ein Jugend Club entstehen, in dem verschiedene Workshops stattfinden werden, der aber auch den Kindern und Jugendlichen nach der Schule einen Treffpunkt bieten soll.
Insgesamt soll der Raum ein Ort sein, in dem man sich gern aufhält und auch außerhalb von Workshops Zeit verbringen kann, da gerade in der dörflichen Umgebung die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung recht gering sind. Aus diesem Grund arbeite ich daran, eine kleine Bibliothek mit Büchern, Spielen und CDs anzulegen, wobei ich auch etwas Hilfe aus Deutschland habe.
Erste Konzepte für die Gestaltung stehen auch schon.
Der Raum hat viel Potenzial und das wollen wir, zusammen mit den Kindern und Jugendlichen, gestalterisch ausschöpfen.

Das andere Projekt, an dem ich hauptsächlich arbeite, ist ein Theater-Workshop mit 20 wundervollen albanischen Kindern, die sehr motiviert sind, aber noch ein bisschen ins Theaterspielen reinkommen müssen.
Deswegen machen wir im Moment hauptsächlich einfache Improspiele.
Die meisten können nur sehr wenig Englisch, aber zum Glück ist immer noch jemand anderes aus meiner Organisation dabei, der mir beim Übersetzen und auch der Gestaltung des Workshops hilft.
Schade ist allerdings, dass keine mazedonischen Kinder gekommen sind.

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Letzte Aktualisierung: 2015.02.05, 16:14
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